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2025-02-20

Drehen und Fräsen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der CNC-Bearbeitung


Drehen und Fräsen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der CNC-Bearbeitung

Die Welt der Metallbearbeitung entwickelt sich ständig weiter, und moderne CNC-Technologien, insbesondere das Drehen und Fräsen, spielen dabei eine zentrale Rolle. Obwohl beide Verfahren auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, besitzen sie spezifische Merkmale und Anwendungen, die ihre Effizienz in unterschiedlichen Industriezweigen bestimmen.

Das Wesen der spanenden Bearbeitung

Drehen und Fräsen sind zwei grundlegende Methoden der spanenden Bearbeitung, mit denen Rohmaterial präzise in fertige Bauteile mit genau definierten geometrischen Parametern umgeformt werden kann. Beim Drehen rotiert das Werkstück um seine eigene Achse, während ein feststehendes Schneidwerkzeug systematisch überschüssiges Material entfernt. Diese Methode eignet sich besonders zur Herstellung rotationssymmetrischer Bauteile wie Wellen, Hülsen oder anderer zylindrischer Komponenten.

Das Fräsen hingegen folgt einer ganz anderen Funktionsweise. Hier rotiert das mehrschneidige Werkzeug - der Fräser - und bewegt sich gleichzeitig relativ zum Werkstück. Aufgrund dieser Dynamik ermöglicht das Fräsen die Herstellung äußerst komplexer räumlicher Formen, die mit traditionellen spanenden Verfahren nicht realisierbar wären.

Werkzeuge und ihre Besonderheiten

Die in beiden Technologien verwendeten Werkzeuge unterscheiden sich grundlegend in Aufbau und Einsatzzweck. Drehwerkzeuge sind meist einschneidig und besitzen eine einfache, symmetrische Geometrie. Sie werden aus hochwertigen Materialien wie Hartmetallen oder Keramiken gefertigt und entfernen präzise Materialschichten während der Rotation des Werkstücks.

Fräser hingegen sind mehrschneidige Werkzeuge mit wesentlich komplexerem Aufbau. Ihre Geometrie kann nahezu beliebig gestaltet werden, wodurch äußerst präzise und komplexe Operationen möglich sind. Sie werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, angefangen von herkömmlichem Schnellarbeitsstahl (HSS), über Hartmetalle bis hin zu fortschrittlichen Werkzeugen mit speziellen Beschichtungen, welche die Haltbarkeit und Leistung erhöhen.

Industrielle Anwendungen

Die Wahl zwischen Drehen und Fräsen hängt vor allem von der Geometrie des zu fertigenden Bauteils sowie von den technologischen Anforderungen ab. Das Drehen eignet sich hervorragend für die Herstellung rotationssymmetrischer Bauteile - von präzisen Wellen bis hin zu komplexen Hülsen. Vorteile sind hierbei eine hohe Produktivität und sehr genaue Maßhaltigkeit.

Das Fräsen hingegen ist unverzichtbar bei Bauteilen mit komplexen räumlichen Geometrien. Flächen, Taschen, Nuten sowie mehrdimensionale Körper sind typische Anwendungen dieser Technologie. Moderne CNC-Bearbeitungszentren mit mehrachsigen Fräsmaschinen ermöglichen nahezu jede Konstruktionsidee.

Technische und wirtschaftliche Parameter

Beim Vergleich der beiden Technologien sollte man ihre technischen Parameter beachten. Beim Drehen liegt die Schnittgeschwindigkeit meist zwischen 100 und 500 Metern pro Minute, bei einem Vorschub von etwa 0,1 bis 0,5 Millimetern pro Umdrehung. Das Fräsen zeichnet sich durch andere Werte aus - Schnittgeschwindigkeiten liegen hier zwischen 20 und 400 Metern pro Minute, mit einem Vorschub von 0,05 bis 0,3 Millimetern pro Zahn.

Auch der wirtschaftliche Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Die richtige Technologiewahl kann erhebliche Auswirkungen auf Produktionskosten, Fertigungszeit und die Qualität des Endprodukts haben. Moderne CNC-Zentren kombinieren zunehmend beide Verfahren und bieten so umfassende Fertigungslösungen.

Zukunft der CNC-Bearbeitung

Die dynamische technologische Entwicklung führt dazu, dass die Grenzen zwischen Drehen und Fräsen zunehmend verschwimmen. Moderne CNC-Maschinen ermöglichen komplexe Bearbeitungsvorgänge, die noch vor einem Jahrzehnt unmöglich erschienen. Die Integration beider Technologien, fortgeschrittene numerische Steuerungen und die zunehmende Präzision der Werkzeuge bestimmen die Zukunft der Metallbearbeitung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Drehen und Fräsen nicht konkurrierende, sondern komplementäre Verfahren der CNC-Bearbeitung sind. Ihr bewusster und durchdachter Einsatz ist der Schlüssel zur Erreichung höchster Qualität in der industriellen Produktion.

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